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Samstag, 28. Mai 2016
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Sammlungen DMM

Entdeckung Nr.4

Tückischer Wurzelkrebs

Nicht alle sehenswerten und spektakulären Sammlungsstücke des Deutschen Meeresmuseums sind in den Ausstellungen zu sehen. In den Magazinen wurde eine Vielzahl von Sammelobjekten als Feucht- oder Trockenpräparate zusammengetragen, die vor allem für Forschungszwecke dienen und nur zu besonderen Anlässen einem interessierten Publikum vorgeführt werden.

 

In der Krustentier-Sammlung befinden sich zwei Forschungspräparate des parasitischen Wurzelkrebses (Sacculina carcini), der mit den bekannten Entenmuscheln und Seepocken verwandt ist. Der Wurzelkrebs hat eine besondere Lebensweise: die Weibchen befallen andere Krebsarten und nutzen diese für die Entwicklung des Nachwuchses. Die Tarnung ist perfekt: die klassische Krebsgestalt ist verloren gegangen, der Körper gleicht einer bösartigen Geschwulst. Huckepack fest verwachsen, paralysiert der Wurzelkrebs seinen Wirt und nutzt dessen Organe zur Ernährung. Durch Hormone verhindert der Parasit auch die übliche Häutung des Trägers, damit er nicht abgestoßen werden kann.

 

Selbst für erfahrene Meeresbiologen sind diese Parasiten nur schwer zu lokalisieren und richtig zu deuten. Zu erkennen ist der Wurzelkrebs nur durch seine Eipakete. Diese wiederum gleichen in Größe und Form denen des Wirtes. Gemeinerweise werden sie auch direkt daneben abgelegt. Man muss also schon genau hinsehen: nur die Struktur ihrer Oberfläche kann sie verraten.  

 

Im MEERESMUSEUM gibt es gleich zwei dieser seltenen Objekte. Im Jahr 1994 fanden die Museumssammler Luzinda und Rudi Enzenroß in einem Stellnetz vor der Türkei eine lebende Schwimmkrabbe mit zwei deutlichen Auswüchsen am Hinterleib. Sogar im Aquarium ist dieser Parasit schon aufgetaucht. Im Sommer 2010 entdeckte die Museumswissenschaftlerin Ines Podszuck gerade noch rechtzeitig eine befallene Strandkrabbe, bevor die Larven des Wurzelkrebses das gesamte Becken befallen hätten.


Diese Entdeckung finden Sie in den SAMMLUNGEN DMMZur Webseite >>

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